Poecilotheria regalis

Poecilotheria regalis
Die Art Poecilotheria regalis

Herkunft: Indien
  Temp.: 25° C
  Luftfeuchtigkeit: 75 %
  Größe: 7 – 8 cm
Verteidigung: Giftbiß
Verhalten: flieht bei der
  geringsten Gefahr




Verhalten Poecilotheria Arten
In vielen Büchern oder Berichten im Internet werden Poecilotheria Arten von leicht aggressiv bis sehr aggressiv beschrieben , was ich nach meinen eigenen Erfahrungen so nicht bestätigen kann. Ich habe selbst zwölf verschiedene Tiere von Poecilotheria (fasciata, regalis, ornata, rufilata, formosa) und keine verhält sich aggressiv. Ich würde diese Arten eher als sehr ängstlich beschreiben, die bei der geringsten Störung in ihre Korkröhre fliehen. Ihr Verhalten schwankt auch sehr stark. Es kommt vor das ein Tier monatelang das gleiche Verhalten zeigt. Ein Weibchen von Poecilotheria regalis z.B. war monatelang im Terrarium zu sehen bis sie sich dann wieder monatelang in ihrer Höhle versteckt hat. Oft zeigen meine Poecilotheria Arten dieses Verhalten vor einer Häutung. Es kommt aber auch vor das die Spinnen dieses Verhalten einfach so zeigen.
Für mich gehören alle Poecilotheria Arten zu den schönsten Vogelspinnen (was die beigefügten Fotos beweisen). Am besten lassen sich die Spinnen Nachts beobachten. Tagsüber verstecken sie sich in Ihrer Höhle und kommen nur blitzschnell heraus um eine vorbeilaufende Grille zu fressen. Ich habe alle meine Pözies als Spiderlinge gekauft und groß gezogen. Leider ist mir eine P regalis, P rufilata und eine P fasciata ohne einen für mich erkennbaren Grund eingegangen. Ich habe alle bei den gleichen Bedingungen gehalten. Da man bei jeder Art einen gewissen Schwund hat kann ich im Großen und Ganzen sagen das sich Poecilotheria Arten ohne große Probleme vom Spiderling zur adulten Spinne großziehen lassen.


Poecilotheria regalis
Poecilotheria regalis
Geschlechtsbestimmung bei Poecilotheria regalis
Im Vergleich zu manch anderen Arten lässt sich bei P regalis schon relativ früh erkennen um welches Geschlecht es sich handelt. Die Männchen haben im Vergleich zu den Weibchen einige gut sichtbare Merkmale. So ist der hellere Streifen, der längs über das Abdomen der Spinne verläuft, beim Männchen von Poecilotheria regalis wesentlich dunkler als bei einem Weibchen und hat zusätzlich einen dunklen Streifen in der Mitte. Beim Weibchen ist dieser Streifen sehr hell, fast weiß. Das adulte Poecilotheria regalis Männchen erreicht seine Geschlechtsreife nach ca. 2 Jahren und besitzt keine Haken an den Vorderbeinen.


Paarung von Poecilotheria regalis
Um die Paarung von Poecilotheria regalis zu beobachten braucht man eine menge Geduld und Sitzfleisch. Bis mein adultes Männchen überhaupt einmal auf das Weibchen zugegangen ist hat das schon eine ganze Weile gedauert. Nachdem es dessen Anwesenheit bemerkt hatte fing es an zu trommeln. Das Weibchen reagierte positiv auf die Annährungsversuche des Männchen, und bewegte sich leicht zitternd und trommelnd auf ihn zu. Immer wenn Sie in seiner Nähe war machte Er den Rückzieher. Diesem Treiben habe ich eine ganze Zeit lang zugeschaut bis es mir dann zu viel wurde. Die ganze Nacht habe ich sein Trommeln gehört. Nach ca. einer Woche habe ich die beiden wieder getrennt. Er hat jede nacht fleißig getrommelt eine Paarung konnte ich aber nicht beobachten, jetzt heißt es abwarten um zu sehen ob es etwas gebracht hat.


Verlust beim Paarungs "Kampf" von Poecilotheria regalis
Beim Frühjahrsputz war jetzt das Terrarium meines Poecilotheria regalis Männchens an der Reihe. Nachdem ich ihn aus seinen Terrarium gefangen hatte ist mir aufgefallen das er meine Versuche, ihn mit meinem P regalis Weibchen zu verpaaren, nicht unbeschadet überstanden hatte. Ich hatte die beiden schon mehrmals einige Tage, einmal sogar Wochen zusammen. Als ich ihn so betrachtet habe fiel mir auf das er bei dem Versuch (ob`s funktioniert hat weiß ich noch nicht) sich mit dem Weibchen zu paaren beide Taster und ein Laufbein verloren hat. Da die Bulben bei adulten Männchen an den Taster „hängen“ hat er somit „ausgedient“. Trotz dieser Verstümmelungen macht er einen erstaunlich fitten Eindruck. Natürlich darf er seine restliche Zeit bei mir in seinem Terrarium verbringen.
Vogelspinnen können verlorene Beine oder Taster bei einer Häutung neu bilden. Nach ein paar Häutungen ist nicht mehr zu erkennen das dem Tier ein Bein gefehlt hat. Da die Reifehäutung bei einer männlichen Vogelspinne die letzte Häutung in seinem Leben ist, wird mein Poecilotheria regalis Männchen diese verlorenen Gliedmaßen allerdings nicht mehr erneuern können. Wenn man berücksichtigt das es durchaus sein kann das dass Vogelspinnenmännchen bei bzw. nach einer Paarung komplett vom Weibchen gefressen werden kann (bei mir passiert bei Poecilotheria fasciata, Vitalius crisatus) ist er noch relativ glimpflich davongekommen. In den meisten Fällen sind meine adulten Männchen im Terrarium des Weibchens aber an Altersschwäche gestorben.
(z.B. Avicularia versicolor, Avicularia aurantiaca, P murinus,usw.)


Kokonbau und Schlupf bei Poecilotheria regalis
Nachdem mein großes Poecilotheria regalis Weibchen das Männchen recht flott zwischen den Chelizeren hatte ging ich eigentlich davon aus das keine Paarung stattgefunden hatte. Umso verwunderter war ich als ich bei Reinigungsarbeiten sah das sie einen Kokon bei sich hatte. Nur ihr Verhalten hatte sich in den letzten Wochen etwas verändert. Sie verschloss den Eingang zu ihrer Wohnröhre mit Gespinnst und war wochenlang nicht zu sehen. Da ich nicht gleich bemerkte das sie einen Kokon hatte, kann ich nun nicht genau sagen wie lange es bis zum Schlupf dauerte.
Insgesamt sind aus einem relativ großen Kokon 56 Spiderlinge geschlüpft.