Nhandu chromatus

Nhandu chromatus Die Art Nhandu chromatus

Herkunft: Brasilien
  Temp.: 26 – 28°C
  Luftfeuchtigkeit: ca. 70%
  Größe: ?
Verteidigung: Giftbiß
Verhalten: etwas aggressiv


Geschlechtsreife von Nhandu chromatus
Die Männchen von Nhandu chromatus werden ca. nach 2.3/4 Jahren geschlechtsreif. Mein Männchen (NZ 09/00) hatte seine Reifehäutung am 19.05.03. Nach der Reifehäutung verändert das Männchen von
Nhandu chromatus etwas sein Aussehen. Wie auf dem obigen Foto zu sehen ist , ist der Carapax eines adulten Nhandu chromatus Mänchen dunkel, fast schwarz gefärbt, während der des Weibchens eine helle Färbung aufweist.
Nhandu chromatus

Nhandu chromatus
Verhalten Nhandu chromatus
Nhandu chromatus verteidigt sich vorwiegend durch den „Giftbiss“
es kam aber auch schon einmal
vor das eine meiner
Nhandu chromatus „bomdadiert“
hat.
Ich würde diese Art als aggressiv bezeichnen die ohne lange zu fackeln in Angriffsposition geht und auch angreift wenn man sie
nicht in Ruhe lässt, in den Bildern sehr schön zu sehen.
Verändertes Verhalten von Nhandu chromatus
Weibchen nach der Paarung

Nach mehrmaligen friedlich verlaufenden Verpaarungen meines Männchens mit zwei Weibchen ist er dann doch einem von ihnen zum Opfer gefallen.
Beide N chromatus Weibchen haben ihr Verhalten nach der Paarung verändert. Die sonst eher "faulen" adulten Tiere fingen an das Terrarium umzugestalten. Sie konzentrieren sich hierbei auf ihre Behausung. Bei einem Weibchen habe ich relativ wenig Bodensubstrat im Terrarium, aber dafür eine gepresste Korkplatte, von der Größe der Grundfläche des Terrariums, eine "zweite Lauffläche" (siehe Bild) eingesetzt. Dieses Weibchen hat die komplette Erde des Terrariums nach vorne geschoben um den kleinen Schlitz abzudichten. Da ihr die Erde wohl nicht ganz reichte hat sie aus der Korkplatte kleine Stückchen "heraus gebissen" und sie als zusätzliches Abdichtmittel mit der Erde versponnen.
Das zweite Weibchen bei dem sich mehr Erde im Terrarium befindet hat angefangen in ihrer Behausung fast die komplette Erde zu entfernen. Am hinteren Ende ihrer Wohnung hat sie wie das andere Weibchen aus der Korkplatte kleine Stückchen entfernt, und sich so einen zweiten Ausgang geschaffen.

Zum graben hat sie ihre Chelizeren benutzt.Bevor sie mit ihnen die Erde angehoben hatte überdecke sie diese mit ein paar wenigen Fäden,evt. um ein größeres zusammenhängendes Stück auf einmal greifen zu können.
Dieses Packet voller Erde hat sie dann nach ganz vorne im Terrarium geschleppt und dort abgeladen. Jedes Mal hat Sie die Erde mit den vorderen Laufbeinen richtig festgedrückt. Ob die Verpaarungen wirklich erfolgreich waren wird sich zeigen.

Nhandu chromatus

Paarung von Nhandu chromatus
Genau wie die Weibchen von Nhandu chromatus sind auch die adulten Männchen dieser Art aggressiv. Bei der Paarung verhalten sich die Männchen sehr vorsichtig. Bei meinem ersten Verpaarungsversuch habe ich dann auch gleich gesehen warum. Wenn ein Weibchen sich nicht paaren will macht sie das dem Männchen unmissverständlich klar. Sie verhält sich Ihm gegenüber extrem aggressiv. Mein erstes Weibchen ist sofort nachdem sie Ihn bemerkt hatte auf Ihn losgegangen. Mit einem großen Sprung nach hinten machte er sich sofort aus dem Staub. Sie verfolgte Ihn in Angriffsstellung. Als ich die Paarung mit dem gleichen Weibchen zwei Tage später noch einmal versuchte reagierte Sie auf sein Zittern mit einem Trommel. Zum Trommeln benutze mein Nhandu chromatus Weibchen die vorderen Laufbeine. Nhandu chromatus zeigt also eher ein launisches Verhalten. Bei der Paarung mit meinem zweiten Weibchen verhielt es sich genau wie das erste Weibchen.
Wenn Sie dann doch mal Lust hat geht alles sehr schnell. Er wird plötzlich sehr energisch und "bockt" sie hastig auf. Bei der ersten Paarung war ich der Meinung er war zu energisch, da die beiden nach ein paar Sekunden wieder fertig waren. Da sich aber alle Paarungen so abspielten scheint das dann doch so richtig zu sein. Wie ich auch schon bei anderen Paarungen beobachten konnte fing mein N chromatus Männchen nach der Paarung an sich gründlich zu Putzen.


Kokonbau von Nhandu chromatus
Von der Verpaarung bis zum Kokonbau meines Nhandu chromatus Weibchen vergingen ca. 5 Monate. Wie ich auch schon bei anderen Vogelspinnenarten beobachten konnte, baute das Weibchen ihren Kokon in der Ecke ihres Terrariums. Sie webt ein dichtes Netzt auf den Boden und an die beiden Seitenwände. In dieses Netzt legt sie dann die Eier ab. Anschließend bedeckt sie die abgelegten Eier wieder mit einem dichten Netzt. Zum Schluß wird das ganze Gebilde vorsichtig vom Untergrund gelöst und zu einem mehr oder weniger runden Kokon gerollt.
(Dieser ganze Vorgang ist bei Brachypelma smithi in Bildern zu sehen).
Für den Kokonbau hat das Weibchen ca. 17 Stunden gebraucht.


Kokonbau von Nhandu chromatus
Beide verpaarte Weibchen haben einen Kokon gebaut. Nach mehreren Wochen und einem Umzug in eine neue Wohnung hat eine der Beiden den Kokon liegen lassen. Beim öffnen des Kokons stellte ich fest das alle Larven gestorben waren. Aufgrund dieses Fehlschlages habe ich dem anderen Weibchen 2 Wochen später auch den Kokon abgenommen und geöffnet. Hier war alles noch in Ordnung. Da dies das erste Mal war, dass ich einen Kokon geöffnet habe und der Inhalt noch am Leben war habe ich mir überlegt was ich machen soll. Ich habe mich dafür entschieden den Kokon wieder zuzunähen und ihn dem Weibchen zurückzugeben. Von anderen Vogelspinnenhaltern wusste ich, dass der Faden für das Weibchen nicht spürbar seien sollte. Das ist mir mit meinen Nähkünsten mehr oder eher weniger gut gelungen. Sie hat den Kokon aber trotzdem wieder angenommen. Jetzt bleibt nur abzuwarten wann die Kleinen schlüpfen.